Sachgerechte Planung ist wichtig für den Korrosionsschutz. Richtige Druckhaltung mit ausschließlich Stickstoff als Gasfüllung, Auswahl geeigneter Materialien und eventueller Systemtrennung bei Fußbodenheizungen (allerdings darf dann im Sekundärkreis nur korrosionsfreies Material eingebaut sein).

Für Altanlagen mit Fußbodenheizungen aus permeablen Werkstoffen (gasdurchlässigen Kunststoffrohren) ist die Wärmetauscher-Lösung vorher auf Richtigkeit zu prüfen. Solange im getrennten Kreis der Fußbodenheizung (Sekundärseite) noch korrosives Material vorhanden ist - z.B. Steigleitungen und Verteiler aus Stahl, Pumpengehäuse aus Grauguß, MAG mit Wasserkontakt zum Gehäuse - ist ein Wärmetauscher NUR dann zu empfehlen, wenn auf der Sekundärseite zusätzlicher Korrosionsschutz eingebaut wird. Entfällt dieser sekundärseitige Korrosionsschutz, wird die Anlage zusätzlich geschwächt, d.h. die Korrosionsgeschwindigkeit nimmt zu !!!
Weshalb ?     Der durch Kunststoffrohre diffundierende Sauerstoffanteil bleibt nach wie vor derselbe. Durch den Einbau des Wärmetauschers ist jedoch der Gesamteisenanteil der Anlage reduziert worden auf den Anteil im Sekundärkreis - ergo, gleicher Sauerstoffanteil wie vorher, geringerer Eisenanteil = erhöhte Korrosionsgeschwindigkeit !

Kesselhersteller, die diese Einbauart vorschreiben, weisen nur in seltenen Fällen auf den sekundärseitigen Schutz hin, da dies 'Sache' des Fachhandwerks ist.
 

 

VDI 2035 T.1 (Ausgabe 12/2005) schreibt die Füllung/Nachfüllung der Heizungsanlage mit aufbereitetem Wasser vor. Muss man bei einer Systemtrennung das Wasser primär- und sekundärseitig aufbereiten ?!?   Lässt man die Systemtrennung weg, braucht nur 1 Mal das gesamte Systemwasser behandelt werden !  Besteht jedoch der Kesselhersteller im Rahmen seiner Gewährleistungsbedingungen auf Systemtrennung, hat man keine andere Wahl. Was dann auf der Sekundärseite tun ?
   Inhibitoren (Korrosionsschutzmittel) haben den Nachteil, dass sie in Unterdosierung korrosionsfördernd wirken (Waschzettel beachten). Mit jedem Nachfüllwasser verdünnt sich jedoch die Konzentration. Hat nicht unser Vertrauen.
   Mehr Sicherheit durch Ausführung der Sekundärseite aus nicht korrosioven Werkstoffen! Das bedeutet: Keine Stahlrohre, keine Stahlverteiler, keine Graugußpume, kein normales MAG, etc. Ist in bestehenden Anlagen so gut wie nie durchführbar.
   Hilfreich ist hier die Sauerstoffreduktion durch kathodische Teilreaktion ungleicher Metalle (siehe VDI 2035 T.2 Abs.8.4.5). Bei diesem Verfahren findet an einer isoliert eingebauten, hochreinen Magnesiumanode die anodische Reaktion der Metallauflösung statt, während die kathodische Sauerstoffreduktion an dem Eisen der Reaktorwand abläuft. Dieser physikalische Vorgang ist ein Elekrolyse-Verfahren. Durch die hohe Potenzialdifferenz zwischen Magnesium und Eisen (1,91 V) kann auf Fremdstromzufuhr verzichtet werden.

Kathodischer Korrosionsschutz - ein sicheres Korrosionsschutzverfahren


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